Geschichte von Binenwalde in der Ruppiner Schweiz
Binenwalde
verdankt seine Existenz der Kolonisationsphase unter König Friedrich II. von Preußen, welcher als Kronprinz im Schloss Rheinsberg lebend, die Gegend um den Kalksee kennen und lieben lernte. Ende 1753 schloss die Königlich-Preußische Kriegs- und Domänenkammer einen Erbzinskontrakt mit dem Förster Ernst Ludewig Cusig, über den Aufbau einer Kolonie am Kalksee.
Der Name Binenwalde ist auf Sabine (geb. Schott), die schöne Frau des Ortsgründers Cusig, zurückzuführen, an welche ein Denkmal auf der Anhöhe gegenüber des Gutshauses erinnert.
Um die schöne Sabine rankt sich eine Heimatlegende, nach der sich der Kronprinz Friedrich in den Gesang der liebreizenden Sabine verliebt haben soll. Sie selbst soll erst nach seinem Umzug ins Stadtschloss Berlin erfahren haben, um welchen Flötenspieler es sich handelte, der Sie allabendlich am Ufer des Sees bei ihrem Gesang begleitet hatte.
Gutshaus Binenwalde:
Das Gutshaus in Binenwalde hat eine wechselvolle Geschichte. Der ursprünglich durch den Gründer des Ortes Ernst Ludewig Cusig errichtete Putzbau mit kleinem Mittelresalit, wurde in den folgenden 150 Jahren mehrfach durch die jeweiligen Besitzer Aus- und Umgebaut. Nach 1870 wurde an den schmucklosen eingeschossigen Putzbau eine 2,5 Stöckige "Berliner Villa" angebaut, welche aber bei einem Brand Anfang des 20. Jh. zerstört wurde. Der jetzige Zustand ist auf den Besitzer Sanitätsrat Dr. Theodor Gorges aus Berlin zurückzuführen, welcher das Gutshaus nach dem Brand ca. 1912 im Neobarocken Stiel umgebaut hat. Bis zum 2. Weltkrieg, wechselte das Gut noch mehrfach den Besitzer.
Zwischen 1945 und 1955 diente es als Unterkunft für Flüchtlige und anschließend bi 1995 als Kinderheim. In dieser Zeit wurde leider der vorhandene Muschelkalkputz, durch einen in der DDR üblichen groben Zementkratzputz, ersetzt.
Das Gutshaus wurde im Jahr 2000, nach Leerstand und Verfall, wieder in Privatbesitz genommen. Nach einer umfangreichen Schwammsanierung und Sanierung des Daches, wird es nun wieder von den Eigentümern bewohnt. In den letzten Jahren wurden leerstehende Teile der Nebengebäude zur Ferienwohnung hergerichtet.